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30.07.2010

Der Homo Informaticus Administratoris

Zum Tag des Systemadministrators eine (fast völlig ironiefreie) Charakterisierung dieses selten zu beobachtenden Zeitgenossen:
Der Homo Informaticus Administratoris

Das krz lüftet die letzten Geheimnisse um das scheue Wesen, von dem fast jeder schon einmal gehört hat, das aber nur wenige je zu Gesicht bekommen. In freier Wildbahn ist der Homo Informaticus Administratoris allgemein recht schwer auszumachen. Von anderen Unterarten des Homo Sapiens lässt sich dieses possierliche Wesen oftmals nur durch die blassere Haut unterscheiden, außerdem kann man ihn auch zu Tageszeiten beobachten, zu denen andere Verwandte schon oder noch schlafen.

Lebensraum
Einen Teil seines Tages verbringt er in vom Tageslicht abgeschirmten, aber übertrieben belüfteten und dazu sehr kühlen Erdlöchern. Dort stellt er große Schränke mit vielen lärmenden Kästen auf, in denen er gewaltige Mengen Einsen und Nullen lagert. Seine Schätze schützt und verteidigt er vehement vor seinem Verwandten, dem Homo Anwenderus, sowie seinem natürlichen Feind, dem Homo Oekonomicus. Wenn er aus diesen Erdlöchern herauskommt, versucht er seinen eklatanten Mangel an Tageslicht wieder auszugleichen, indem er sich vor helle Leuchtschirme hockt, vor denen er stundenlang fast regungslos verharren kann.
 
Sozialverhalten
Unter seinesgleichen ist der Homo Informaticus Ad­ministratoris sehr gesellig. Vielfach sonnt er sich ge­meinsam mit mehreren Anderen vor seinen Leuchtschirmen. Forscher haben manchmal auch Gruppen von ihnen um Tische herum sitzend und angeregt schnatternd vorgefunden. In diesen Runden wird oftmals sogar ein ganzer Wandabschnitt zum Leuchten gebracht, damit alle etwas von dem Licht abbekommen. Sie gestikulieren dann herum und ändern scheinbar willkürlich die Farben und Muster der Leuchtwand.

Die Abhängigkeit von Licht wird besonders darin deutlich, dass er kleine flache Gegenstände bei sich trägt, die ebenfalls zum Leuchten gebracht werden können. Diese hält er sich dann ans Ohr und schnattert fröhlich vor sich hin. Man vermutet daher, dass die Ohren stark lichtempfindlich sind. Zwecks artgerechter Haltung sollten ihm diese Gegenstände auch in Gefangenschaft zur Verfügung gestellt werden.
 
Fressverhalten
Wichtig ist auch die richtige Ernährung des Homo Informaticus Administratoris, denn sie ist für Säugetiere ungewöhnlich zusammengesetzt: Jahrelang glaubte man, die Hauptnahrungsquelle bestehe aus italienischen Teigwaren und Backfladen in Abwechslung mit dem Dönertier.

Diese stellen auch einen wichtigen Bestandteil der Nahrung dar. Inzwischen haben Biologen aber empirisch nachgewiesen, dass sich dieses scheue Wesen hauptsächlich von einem koffeinhaltigen Heißgetränk ernährt. Ohne dessen Genuss ist es ihm kaum möglich, morgens seine Leuchtschirme zu erreichen und in Starre zu verfallen. Wenn Sie sich einen eigenen Homo Informaticus halten wollen, sollten sie unbedingt verschiedene Sorten dieses Futters ausprobieren und ausreichende Mengen davon bereithalten.
 
Haltung und Nachzucht
Durch die recht genügsame Art kann man den Homo Informaticus Administratoris in fast allen Breitengraden halten. Es reicht ihm völlig, seine Leuchtschirme, ein kaltes Erdloch und genügend Nahrung zu bekommen. Dann fühlt er sich schon wohl.
Dem krz ist es in jahrelanger Kleinarbeit gelungen, diese Spezies in größerer Zahl anzusiedeln und die Population auszubauen. Eine eigene Zucht gestaltet sich dennoch recht schwierig, da der Homo Informaticus Administratoris aufgrund seines Verhaltens oft nur am sechsten oder siebten Tag der Woche seine Partnerin wahrnimmt... 
 
Überraschenderweise stammen diese Zeilen nicht von Bernhard Grzimek oder Heinz Sielmann, sondern von jemandem, der es wissen muss: Einem Administrator. (ike)

Systemadministratoren des krz
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